Headline: Schutz der Ozeane: IASS ist Mitinitiator eines europäischen Forschungsnetzwerkes für Meeres-Governance

Das IASS erforscht im COST-Projekt unter anderem die Einrichtung globaler Netzwerke von Meeresschutzgebieten. Ziel ist es, verschiedene Formen der Meeresnutzung wie Fischerei, Schifffahrt oder zukünftig auch den Meeresbergbau integriert zu betrachten. © istock/clicks

Das IASS hat die Federführung für einen der sechs Forschungsschwerpunkte der „COST Action“ übernommen. In dem vierjährigen, EU-finanzierten Projekt „Ocean Governance for Sustainability – Challenges, Options and the Role of Science“ geht es um die Rolle der Wissenschaft in der Governance der Ozeane.

Mit einem Auftakttreffen in Brüssel ist das Forschungsprojekt Ende September gestartet. Zum Forschungsverbund gehören bislang 22 europäische Länder und 74 institutionelle Partner. Sebastian Unger, Leiter des Meeresbereichs am IASS, ist einer der Netzwerk-Initiatoren und deutscher Vertreter im Verwaltungsausschuss des Netzwerks. Zudem wird er eine COST-Arbeitsgruppe zum integrierten Management von Meeresgebieten leiten. Diese beschäftigt sich mit der Einrichtung globaler Netzwerke von Meeresschutzgebieten und einem integrierten Ökosystem-Ansatz, der über die Betrachtung einzelner Formen der Meeresnutzung wie Fischerei, Schifffahrt oder zukünftig auch dem Meeresbergbau hinausgeht. Ein weiteres Thema ist die Vermeidung von Nutzungskonflikten mit Hilfe neuartiger Instrumente wie der Meeresraumplanung. IASS-Direktor Ortwin Renn wird sich ebenfalls in den Verwaltungsausschuss des COST-Action-Netzwerks einbringen.

Das IASS erforscht im COST-Projekt unter anderem die Einrichtung globaler Netzwerke von Meeresschutzgebieten. Ziel ist es, verschiedene Formen der Meeresnutzung wie Fischerei, Schifffahrt oder zukünftig auch den Meeresbergbau integriert zu betrachten. © istock/clicks
Das IASS erforscht im COST-Projekt unter anderem die Einrichtung globaler Netzwerke von Meeresschutzgebieten. Ziel ist es, verschiedene Formen der Meeresnutzung wie Fischerei, Schifffahrt oder zukünftig auch den Meeresbergbau integriert zu betrachten. © istock/clicks

Ein starkes Netzwerk für Wissenschaft und Politik

Das übergreifende Ziel von COST ist die stärkere Vernetzung der europäischen Wissenschaftslandschaft und die Einbeziehung von relevanten Akteuren der europäischen und nationalen Politikgestaltung. Das vom Leibniz-Zentrum für marine Tropenökologie in Bremen koordinierte Netzwerk bietet eine übergreifende Plattform für die verschiedenen Partner-Institutionen innerhalb der Wissenschaft und baut eine Brücke zu Politik und Zivilgesellschaft. Das Netzwerk bietet Raum für transdisziplinären Dialog, Kapazitätsentwicklung und die gemeinsame Entwicklung integrativer Steuerungsinstrumente – etwa im Rahmen der kürzlich von EU-Kommissar Karmenu Vella gestarteten Initiative der Europäischen Kommission für Ocean Governance.

Anstoß zur Entwicklung der COST-Action war der Workshop „Governing Ocean Resources. What Role for Europe?“, den das IASS, das Konsortium deutsche Meeresforschung (KDM) und andere europäische Partner im Mai 2015 in Brüssel mit dem ehemaligen Umweltminister und IASS-Gründungsdirektor Klaus Töpfer durchgeführt haben.

Die Forschungsarbeit des COST-Action-Netzwerks wird in den kommenden vier Jahren von insgesamt sechs Arbeitsgruppen getragen:

  1. Land-Meer-Interaktion
  2. Gebietsbezogenes Management
  3. Tiefseeressourcen
  4. Ernährungssicherheit und –systeme
  5. Meer, Klimawandel und Ozeanversauerung
  6. Fischereimanagement

Das Forschungsnetzwerk ist offen für alle interessierten Vertreter von Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft, die sich aktiv mit formellen und informellen Steuerungsmechanismen der Ozeane und marinen Ressourcen auseinandersetzen möchten.

Als Institut an der Schnittstelle von Wissenschaft und Politik wird das IASS im Rahmen seiner Forschungsarbeit zu mehreren laufenden internationalen Politikprozessen beitragen, unter anderem zum Schutz der biologischen Vielfalt auf der Hohen See, zur Umsetzung der UN-Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals) für Meere und Küsten und zur Schaffung eines rechtlichen Rahmens zur Regelung des Tiefseebergbaus.

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