Headline: Anpassung an den Klimawandel: Nachwuchstalente bekommen bei der Potsdam Summer School neue Impulse

Der Umgang mit den Folgen des Klimawandels war das Thema der Potsdam Summer School, an der 37 Nachwuchstalente aus 26 Ländern teilnahmen. © IASS

Selbst mit einer deutlichen Reduzierung der Treibhausgas-Emissionen werden sich der Klimawandel und seine Auswirkungen noch verstärken. Wie wir mit den Folgen des Klimawandels umgehen können, war das Thema der Potsdam Summer School vom 5. bis 14. September.

37 Nachwuchstalente aus 26 Ländern diskutierten mit renommierten Wissenschaftlern und Experten aus der Praxis über den Klimawandel und dessen Konsequenzen, etwa für Nahrungsmittelsicherheit oder Migration. Hans-Joachim Schellnhuber, Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung, betonte, dass das Pariser Abkommen das Problem des Klimawandels nicht gelöst habe. Um das Ziel einer Begrenzung der globalen Erwärmung auf zwei Grad zu erreichen, sei eine „große Transformation unserer Gesellschaft“ notwendig. Wichtige Strategien dabei könnten nationale Transformationsfonds für eine klimaverträgliche Wirtschaft und der Ausstieg aus den Investitionen in fossile Energieträger – das so genannte Divestment – sein.

Der Umgang mit den Folgen des Klimawandels war das Thema der Potsdam Summer School, an der 37 Nachwuchstalente aus 26 Ländern teilnahmen. © IASS
Der Umgang mit den Folgen des Klimawandels war das Thema der Potsdam Summer School, an der 37 Nachwuchstalente aus 26 Ländern teilnahmen. © IASS

Solche Maßnahmen reichten jedoch nicht aus – es sei eine Änderung im Denken notwendig, hob Sabrina Schultz vom Thinktank Third Generation Environmentalism (E3G) hervor. Weit verbreitete Leitbilder wie das Paradigma des Wirtschaftswachstums oder alte Hierarchien trügen zu einer Bewahrung des Status quo bei. Die Teilnehmer der Summer School diskutierten über die Herausforderung, Narrative einer Zukunft zu entwickeln, die einer ganz anderen inneren Logik folgen. Weitere Vorträge deckten eine große Bandbreite von Aspekten des Klimawandels ab, von der Baumring-Analyse zur Erforschung des CO2-Gehaltes der Luft bis hin zu juristischen Fragestellungen. Zwischen den Vorträgen gab es eine Reihe von interaktiven Formaten. Der Berater Harald Spahn lud die Teilnehmer zu einem Experiment ein, bei dem sie Ideen für Anpassungsstrategien für kleine Inselstaaten im Pazifik sowie für Südamerika entwickeln sollten.

IASS-Direktorin Patrizia Nanz bringt Teilnehmer mit Potsdamer Schülern zusammen

IASS-Direktorin Patrizia Nanz leitete einen Workshop für die Teilnehmer der Summer School und Potsdamer Schüler zu der Frage „Wie gehen wir mit den Folgen des Klimawandels um?“. Statt PowerPoint-Präsentationen hatten zwei Teilnehmer Geschichten vorbereitet, die sie den Schülern erzählten.

Der Australier Chris Hedemann, Doktorand am Max-Planck-Institut für Meteorologie in Hamburg, trug eine Version von „Tiddalik the Frog“ vor, einer Gute-Nacht-Geschichte der Aborigines. „Ich wollte das Konzept der ‚Fürsorge für das Land‘ vermitteln. In der Geschichte geht es um Themen wie Ungerechtigkeit und kollektives Handeln. Über die kreativen und unerwarteten Reaktionen habe ich mich sehr gefreut. Sie haben verdeutlicht, dass uralte Geschichten den Herausforderungen des Klimawandels frische Perspektiven hinzufügen können“, sagte Hedemann.

Auch für Potsdam sind Klimaschutz und Anpassung wichtige Themen

Anschließend sprachen die Workshop-Teilnehmer über den Einfluss des Klimawandels auf die Stadt Potsdam, über warme Winter und solarbetriebene Trams. Die fünf Organisatoren der Potsdam Summer School – das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) das Helmholtz-Zentrum Potsdam – Deutsches GeoForschungsZentrum GFZ, das Alfred-Wegener-Institut – Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI), der Forschungsschwerpunkt Erde der Universität Potsdam und das IASS – planen, die Schüler über die kommenden zwei Jahre mit weiteren Workshops, Vorträgen und Einladungen an die Institute wissenschaftlich zu begleiten.

Die Teilnehmer der Sommerschule reisten mit vielfältigen neuen Erkenntnissen und Kontakten nach Hause. „Es war eine tolle Erfahrung, Teil dieser internationalen Gruppe von Menschen aus ganz unterschiedlichen Disziplinen zu sein“, sagte Drew Bush, Doktorand an der McGill University in Montreal. Für seine Forschung zur Klimawandel-Didaktik habe er zahlreiche Impulse erhalten und könne seinen Schülern nun besser vermitteln, wie das Wissen über den Klimawandel entsteht.